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Aktuelle Nachrichten vom deutschen Online-Dienst für Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt

Mars Express: Marsmond Phobos aus der Nähe

Die europäische Weltraumagentur ESA hat gestern neue Aufnahmen der Marssonde Mars Express veröffentlicht, die diese am 7. März während eines Vorüberflugs am Marsmond Phobos gemacht hatte. Sie zeigen Details des Trabanten mit einer Auflösung von 4,4 Metern pro Pixel. Zu erkennen sind darauf auch die Regionen, in denen die russische Phobos-Grunt-Mission landen könnte. (16. März 2010)

Borexino: Erster Nachweis von Geoneutrinos

Erstmals konnten Antineutrinos aus dem Inneren der Erde mit dem Borexino-Detektor im italienischen Gran-Sasso-Untergrundlabor eindeutig nachgewiesen werden. Die Daten zeigen ein deutliches Signal von Antineutrinos mit den erwarteten Energien aus dem radioaktiven Zerfall von Uran und Thorium. Die neuen Messungen stützen die Theorie, dass Radioaktivität die wesentliche Quelle für die Erdwärme darstellt. Die Ergebnisse werden in Kürze in der Fachzeitschrift Physics Letters B publiziert. (15. März 2010)

La Silla: Eine kosmische Fledermaus im Orion

Ein kürzlich von der Europäischen Südsternwarte ESO veröffentlichtes Bild zeigt einen interessanten Reflexionsnebel, der am Himmel einige Grad von den auffälligen Gürtelsternen des Himmelsjägers entfernt liegt und deswegen nicht so bekannt ist. Ganz unbeeinflusst von den hellen Orion-Sternen scheint aber auch NGC 1788 nicht zu sein. (15. März 2010)

Cassini: Der innere Aufbau von Titan

Durch eine genaue Analyse der Bahndaten bei vier engen Vorüberflügen der Saturnsonde Cassini am Mond Titan gelang es Wissenschaftlern nun, auf den inneren Aufbau des mysteriösen Saturntrabanten zu schließen. Im Gegensatz zu anderen Monden seiner Größe scheint er in seinem Inneren aus einem Gemisch aus Eis und Gestein zu bestehen. (12. März 2010)

ISS: Agenturchefs wollen Betrieb bis mindestens 2020

Auf einem Treffen in Tokio haben sich die Leiter der an der Internationalen Raumstation ISS beteiligten Raumfahrtagenturen gestern für einen Betrieb der Station bis mindestens 2020 ausgesprochen. Sie wollen sich bei ihren Regierungen dafür einsetzen, dass noch in diesem Jahr eine entsprechende Entscheidung fällt. (12. März 2010)

Erdklima: Ruhige Sonne verhindert Erderwärmung nicht

Unsere Sonne zeigt seit vielen Monaten nur eine äußerst geringe Aktivität. Dieses tiefe solare Minimum könnte nach Ansicht einiger Sonnenphysiker eine kleine Eiszeit ähnlich der im späten 17. Jahrhundert auslösen. Wäre es möglich, dass diese vielleicht die prognostizierte Erderwärmung eindämmen hilft? Eine neue Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) macht wenig Hoffnung. (11. März 2010)

Galaxien: Relativitätstheorie stimmt auch auf großen Skalen

Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie stimmt auch auf kosmologischen Distanzen. Dies konnte eine internationale Forschungsgruppe nun mit einer Analyse der Verteilung von Galaxien bis in eine Entfernung von mindestens 3,5 Milliarden Lichtjahren zeigen. Gleichzeitig erbrachten die Forscher dabei einen indirekten Beweis für die Existenz von Dunkler Materie. (11. März 2010)

Sterne: Stellare Schwergewichte mit Wackelkontakt

Die Entstehung von massereichen Sternen stellt die Astronomen immer noch vor so manches Rätsel. So ähnelt das Leuchten der jungen stellaren Schwergewichte beispielsweise mehr einer Lampe mit Wackelkontakt. Computersimulationen, die erstmals auch die Auswirkung der ultravioletten Strahlung eines jungen Himmelskörpers berücksichtigen, lieferten nun wichtige neue Erkenntnisse über die Vorgänge bei der Sternentstehung. (10. März 2010)

Sterne: Rekordverdächtiges Weißes-Zwerg-Paar

Rekord im Weltall: Astronomen konnten jetzt bestätigen, dass es sich bei dem System HM Cancri tatsächlich um zwei Sterne handelt, die einander in nur fünfeinhalb Minuten umrunden. Damit ist das Paar das Doppelsternsystem mit der kürzesten bekannten Umlaufperiode - und gleichzeitig auch das kleinste. Seine Größe entspricht in etwa einem Viertel der Entfernung zwischen Erde und Mond, also rund 100.000 Kilometern. (10. März 2010)

Erde: Kosmische Strahlung beeinflusst Klima nicht

Änderungen der kosmischen Strahlung, wie sie durch Schwankungen der Sonnenaktivität auf der Zeitskala von einigen Tagen verursacht werden, haben keine Veränderungen der globalen oder regionalen Wolkenbedeckung zur Folge. Das zeigen detaillierte Analysen von Wissenschaftlern einer schweizerisch-deutschen Kollaboration. Somit ist es sehr unwahrscheinlich, dass kosmische Strahlung das Klima beeinflusst. (9. März 2010)

REXUS: Forschungsraketen erfolgreich gestartet

In der vergangenen Woche starteten vom schwedischen Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna aus wieder zwei Forschungsraketen, die verschiedene Experimente von Studenten an Bord hatten, darunter Versuche zur Satellitenkommunikation und zu neuen Messsonden. Neue Experimentvorschläge können wieder im Herbst eingereicht werden. (9. März 2010)

Dinosaurier: Neue Untersuchung bestätigt Einschlagthese

Am Übergang von der Kreidezeit zum Tertiär vor 65 Millionen Jahren vollzog sich eines der größten Massenaussterben der Erdgeschichte, das auch das Zeitalter der Dinosaurier beendete. Als Ursache gilt ein großer Meteoriteneinschlag in Mexiko, der Chicxulub-Impakt, der in der Wissenschaft bislang sehr kontrovers diskutiert wurde. Jetzt glaubt ein Team von Wissenschaftler, die Brocken aus dem All eindeutig als Schuldigen überführt zu haben. (8. März 2010)

Herschel: Organische Moleküle im Orion-Nebel

Viele Monate lang musste das Team des Heterodyne Instrument for the Far Infrared (HIFI) auf den ersten Einsatz des Instrumentes an Bord des europäischen Infrarotteleskops Herschel warten, jetzt präsentierten die Forscher den ersten spektralen Fingerabdruck des Orion-Nebels, der mit HIFI gewonnen wurde. Einhellige Meinung der Astronomen: Das Warten hat sich mehr als gelohnt. (5. März 2010)

Chandra: Wie Schwarze Löcher Galaxien beeinflussen

Neue Beobachtungen mit dem NASA-Röntgenteleskop Chandra zeigen, dass in einer nahegelegenen Galaxie kräftige Winde aus der unmittelbaren Umgebung des zentralen supermassereichen Schwarzen Lochs ins All geblasen werden. Der Fund deutet darauf hin, dass auch durchschnittliche supermassereiche Schwarze Löcher eine wichtige Rolle bei der Entwicklung ihrer Galaxien spielen können. (4. März 2010)

Large Hadron Collider: Forscher freuen sich über erste Resultate

Am CERN in Genf konnten erstmals Kollisionen von Teilchen mit der höchsten Energie, die Menschen je erzeugt haben, vermessen werden. Sie wurden vom CMS-Experiment am Large Hadron Collider aufgezeichnet. Unerwartet schnell führten diese Daten nun zur ersten wissenschaftlichen Veröffentlichung. Mit den Experimenten wollen die Physiker die Bedingungen kurz nach dem Urknall simulieren. (3. März 2010)

Mars Reconnaissance Orbiter: Mehr verborgenes Eis im Marsuntergrund

Gründliche Radarbeobachtungen der NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter haben ergeben, dass in nördlichen mittleren Breitengraden des roten Planeten Untergrundeis relativ verbreitet ist. So entdeckten die Wissenschaftler in der Region Deuteronilus Mensae durch Staub und Geröll geschützte Eisablagerungen, die sich über mehrere Hundert Kilometer erstrecken. (3. März 2010)

Leonardo: Weltraumcontainer soll Teil der ISS werden

Die NASA und die italienische Raumfahrtagentur ASI wollen das unter dem Namen Leonardo bekannte Multi-Purpose Logistics Module zu einem festen Bestandteil der Internationalen Raumstation ISS machen. Bislang wurden mit dem in Italien hergestellten Weltraumcontainer Versorgungsgüter und Experimente im Laderaum eines Shuttles zur ISS gebracht. (2. März 2010)

Mini-SAR: Eisablagerungen am Mondnordpol entdeckt

Mit Hilfe von Daten eines kleinen Radarinstrumentes, das sich an Bord der indischen Mondsonde Chandrayaan-1 befand, glauben NASA-Wissenschaftler Eisablagerungen in der Nähe des Mondnordpols nachgewiesen zu haben. Die Forscher entdeckten mehr als 40 kleine Krater, in denen sie Wassereis vermuten. Insgesamt könnten sich hier bis zu 600 Millionen Tonnen Wassereis verbergen. (2. März 2010)

Gravitationslinsen: Alter des Universums, neu berechnet

Ein internationales Astronomenteam hat jetzt das Alter des Universums neu berechnet. Sie verwendeten dazu ein vergleichsweise neues Verfahren, bei dem Helligkeitsschwankungen um eine Gravitationslinse ausgewertet werden. Das so ermittelte Alter des Weltalls stimmt gut mit dem auf anderem Weg bestimmten Wert überein. Auch die Krümmung des Raums und den Anteil der dunklen Energie ermittelte das Team. (1. März 2010)

VLT: Spektrographen in Serienproduktion

Bei der Entwicklung eines neuen Instrumentes für das Very Large Telescope der ESO auf dem Gipfel des Paranal in Chile wurde jetzt ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung erreicht: Die Wissenschaftler testeten erfolgreich die ersten in Serie produzierten 3D-Spektrographen. Kombiniert werden sie einmal ein Instrument ergeben, mit dem weit entfernte, junge Galaxien untersucht werden sollen. (1. März 2010)

Opportunity: Ein Gesteinsbrocken namens Chocolate Hills

Der Marsrover Opportunity war in den letzten Wochen mit der Untersuchung verschiedener Felsen am Rand eines kleinen und noch sehr jungen Kraters beschäftigt. Einer dieser Brocken erhielt den Namen Chocolate Hills. Er ist von einer mysteriösen dunklen Schicht überzogen. Opportunity befindet sich auf dem Weg zum Endeavour-Krater. (26. Februar 2010)

Quasare: Die Nova, die ein Quasar war

Viele Jahre lang hielt man den kurzzeitigen Strahlungsausbruch eines Objektes in der Andromedagalaxie für eine Nova, also für das Aufflackern eines Weißen Zwergsterns. Allerdings wies das Objekt verschiedene Eigentümlichkeiten auf, die sich die Astronomen nicht erklären konnten. Jetzt ist klar warum: Der Strahlungsausbruch stammte nicht von einer Nova, sondern von einem Quasar im Hintergrund. (26. Februar 2010)

 
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